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Kleines Lexikon der Klebtechnik


Abbindezeit
Zeitspanne, innerhalb der die Klebung nach dem Fügen eine für die bestimmungsgemäße Beanspruchung erforderliche Festigkeit erreicht.

Adhäsion
Bindekräfte an der Grenzflächezwischen dem zu klebenden Werkstoff und dem Klebstoff.

Basis (Grundstoff)
Klebstoffbestandteil, der die Eigenschaften des Klebstoffs wesentlich bestimmt.

Dispersion
Flüssigkeit, in der die Grundstoffe und die übrigen Klebstoffbestandteile verteilt vorliegen.

Dispersionsklebstoff
Klebstoff, der sich durch Verdunsten des Wassers verfestigt.

Ergiebigkeit
Klebbare Fläche pro Gewichts- oder Volumeneinheit oder andere geeignete Verbrauchsangabe. Die Ergiebigkeit ist abhängig von Werkstoffoberfläche und Auftragsverfahren.

Festkörper
Der gewichtsmäßige Anteil eines Stoffs, der nach Entfernen der flüchtigen Anteile unter festgelegten Prüfbedingungen zurückbleibt.

Flammpunkt
Niedrigste Temperatur, bei der sich aus einer Flüssigkeit Dämpfe in solcher Menge entwickeln, dass sie mit der über dem Flüssigkeitsspiegel stehenden Luft ein entflammbares Gemisch ergeben.

Fügeteil
Körper, der an einen anderen Körper geklebt werden soll oder geklebt ist.

Gefahrenklasse nach VbF
Die Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF) regelt die Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten nach Gefahrenklasse (A1 – 3B). Die VbF ist Bestandteil der Arbeitsstoffverordnung, die Lagerung, Transport und Kennzeichnung regelt.

Grundstoff (siehe Basis)

Härter
Stoffe oder Gemisch von Stoffen, die dem Klebstoff zugesetzt bzw. beigemischt werden und die Härtung des Klebstoffs über eine chemische Reaktion bewirken.

Härtezeit
Zeitspanne vom Auftragen bzw. Mischen bis zur vollständigen Härtung des Klebstoffs.

Haftvermittler (Primer)
Substanzen, die die Adhäsions- und Alterungseigenschaften von Klebverbindungen verbessern.

Klebspanne
Zeitspanne, innerhalb der nach Auftrag des Klebstoffs die Klebung vorgenommen werden kann bzw. muss.

Klebfläche
Die zu klebende oder geklebte Fläche des Fügeteils.

Klebfreizeit
Maximale Zeit, die vom Ende des Mischens bis zum Zeitpunkt, an dem die Masse nicht mehr klebrig ist, verstreichen kann.

Klebfuge
Zwischenraum zwischen zwei Klebflächen, der durch Klebstoff ausgefüllt wird.

Klebschicht
Abgebundene oder noch nicht abgebundene Klebstoffschicht zwischen zwei Fügeteilen.

Klebstoff
Nichtmetallischer Werkstoff, der Fügeteile durch Flächenhaftung und innere Festigkeit (Adhäsion und Kohäsion) verbinden kann, ohne dass wesentliche Gefügeveränderungen im Werkstoff der Fügeteile auftreten. Klebstoff ist ein Oberbegriff und schließ:t andere gebräuchliche Begriffe f&uauml;r Klebstoffarten ein, die nach physikalischen, chemischen oder verarbeitungstechnischen Gesichtspunkten ausgewählt werden.

Kohäsion
Molekulare Bindungskräfte in der Klebschicht. Allgemeine Regel: Die Adhäsion sollte größer sein als die Kohäsion.

Konsistenz
Äußerer physikalischer Zustand eines Stoffs (z. B. flüssig).

Kontaktklebung
Klebung mit beidseitigem Klebstoffauftrag, bei der die Fügeteile unter Druck zusammengefügt werden, wenn die Lösemittel vollständig verdunstet sind. Anfangsfestigkeit = Endfestigkeit.

Konstruktionsklebstoff
Klebstoff, der durch chemische Reaktion abbindet und zu kräfte&uauml;bertragenden Verbindungen führt. Lieferform: Film, Paste oder Flüssigkeit.

Lagerfähigkeit
Zeit zwischen dem Versanddatum ab Lieferwerk und dem Zeitpunkt, bis zu dem der Klebstoff unter Einhaltung der vom Hersteller vorgeschriebenen Lagerbedingungen (Verpackung, Temperatur, Luftfeuchte) mindestens brauchbar bleibt.

Lösemittel
Flüssigkeit, die die Grundstoffe und übrigen löslichen Klebstoffanteile ohne chemische Veränderung löst.

Lösemittelklebstoff
Klebstoff, der sich durch Verdunsten des Lösemittels verfestigt.

Nassklebung
Klebung mit einseitigem oder beidseitigem Klebstoffauftrag, bei der die Fügeteile sofort nach Klebstoffauftrag zusammengefügt werden. Die Festigkeit nimmt mit fortschreitender Lösemittelverdunstung bzw. chemischer Reaktion zu.

Oberflächenvorbehandlung
Behandlung von Werkstoffoberflächen, um diese für die Klebtechnik reproduzierbar und definiert zu gestalten sowie die Haftung des Klebstoffs zu optimieren. Dafür stehen mechanische, nasschemische, trockenchemische und hochenergetische Vefahren zur Verfügung.

Offene-Zeit-Klebung
Klebung mit beidseitigem Klebstoffauftrag, bei der die Fügeteile zusammengefügt werden, wenn die Lösemittel so weit verdunstet sind (offene Zeit), dass die Klebschicht eine bestimmte Klebrigkeit aufweist (Knöcheltest). Gute Anfangsfestigkeit, die mit dem Verdunsten, z. B. der restlichen Lösemittelanteile, zunimmt.

Primer (siehe Haftvermittler)
Reaktivierung
a) Lösemittelreaktivierung: Der trockene Klebstoff wird nach Anfeuchten mit einem geeigneten Lösemittel wieder klebrig.
b) Hitzereaktivierung: Der trockene Klebstoff wird unmittelbar vor der Klebung durch Wärme aktiviert.

Schälwiderstand
Angabe in N/cm: Zahlenangabe, um verschiedene Klebstoffe bezüglich ihres Schälwiderstandes zu vergleichen.

Scherfestigkeit
Angabe in MPa oder N/mm2, Angabe der Festigkeit bei Schubbeanspruchung; Flächen werden überlappend aufeinander geklebt und dann belastet (auch Zug-Scherfestigkeit genannt).

Schmelzklebstoff
Klebstoff, fest, lösemittelfrei, der in der Schmelze aufgetragen wird und sich anschließend durch Abkühlung verfestigt.

Schmelzklebstoff reaktiv
Wie vorher, jedoch feuchtigkeitsvernetzend mit strukturellen Festigkeiten.

Spannungsrisskorrosion
Gefügeumwandlung, die bei gleichzeitig vorhandener Spannung zur Rissbildung führen kann.

Spezifisches Gewicht
Verhältniszahl, die das Gewicht pro Volumeneinheit eines Stoffs im Vergleich zu Wasser angibt.

Temperatur-Einsatzbereich
Temperaturbereich, in dem die ausgehärtete Klebschicht Dauerbelastungen standhält. Die Höhe der möglichen Belastung ist abhängig von der Temperatur.

Verarbeitungszeit
Zeitspanne zwischen Zugabe des Härters zur Basis und dem Augenblick, in dem die Phase der Polymerisation so weit fortgeschritten ist, dass der angemischte Klebstoff nicht mehr verarbeitet werden kann.

Viskosität
Die Viskosität ist immer in Messzahlen angegeben und sagt etwas aus über die Zähigkeit und den inneren Widerstand einer Flüssigkeit.

Weichmacher
Substanzen, die Kunststoffen beigegeben werden, um u. a. eine verringerte Härte bzw. erhöhtes Formänderungsvermögen zu erzielen.

Weichmacherwanderung
Übergang von Weichmachern, z. B. aus Kunststoffen, in angrenzende Klebstoffschichten. Folge: Versprödung des Kunststoffs und Eigenschaftsänderung im Klebstoff.

Werkstattzeit
Zeitspanne, die ein gekühlt zu lagernder Klebstoff maximal unter Werkstattbedingungen (20-25°C) verarbeitbar bleibt, ohne seine Eigenschaften zu verlieren.

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